Systemsicherheit 2000, Bremen


SSS4it - Secure Session Setup für Internet Telefonie

Ralf Ackermann and Christoph Rensing and Stephan Noll-Hussong and Lars Wolf and Ralf Steinmetz

Die Telefonie und Multimedia Konferenzen über das Internet befinden sich aktuell in einer Übergangsphase von einem eher experimentellen Betrieb hin zu einem regulär angebotenen Dienst. Mit diesem Übergang in eine kommerzielle Nutzung entsprechender Angebote wird die Gewährleistung sicherheitsrelevanter Funktionen immer bedeutsamer und zu einem in vielen Anwendungsbereichen unverzichtbaren Qualitätsmerkmal. Die notwendigen kryptographische Algorithmen existieren und entsprechende Sicherheitsinfrastrukturen befinden sich im Aufbau bzw. sind teilweise bereits etabliert. Zwar sehen einige vorhandene bzw. sich entwickelnde Standards für die Kommunikation in IP-basierten Netzen die Nutzung verschiedener kryptographischer Verfahren vor, jedoch sind diese für Internet-Telefonienwendungen bisher kaum im Einsatz. In diesem Beitrag stellen wir zunächst die Anforderungen an Sicherheitsmechanismen vor und zeigen auf, wie diese mit den bestehenden kryptographischen Verfahren erbracht werden können. Die Authentifizierung der Teilnehmer eines Gespräches während des Verbindungsaufbaues und die zur Sicherung der Vertraulichkeit des Gesprächsinhaltes notwendige Aushandlung eines nachfolgend gemeinsam genutzten symmetrischen Schlüssels kann dabei mittels eines asymmetrischen Verfahrens und unter Nutzung der Dienste einer Sicherheitsinfrastruktur erfolgen.
Als "leichtgewichtige" Umsetzung und Ergänzung zu den in der Standardisierung vorgeschlagenen meist komplexen Protokollen für den Verbindungsaufbau stellen wir das von uns entworfene und umgesetzte System Secure Session Setup für Internet-Telefonie (SSS4it) vor. Dieses wurde mit dem ausdrücklichen Ziel der Einbettung in einen flexiblen und erweiterbaren Rahmen verschiedener Sicherheits-Infrastrukturen konzipiert und realisiert.
Im Rahmen der prototypischen Umsetzung in einer Beispielmplementierung bildet es die Grundlage von weiteren Arbeiten zur Gewinnung von Anwendungserfahrungen und zum Vergleich der bei Einsatz unterschiedlicher Konzepte erreichbaren Signalisierungs-Verzögerungen und System-Performance. Nach einer Beschreibung des Protokolls und seiner Implementierung werden abschließend Einsatz-Implikationen sowie Anwendungs-Umgebungen und -Szenarien aufgezeigt.


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